Wie lange dauert Trauer?

Trauerbewältigung ist ein aktiver Prozess

Veröffentlicht: 29.10.2011
Zu Beginn der Trauer scheint der Schmerz unendlich und stellt sich die Frage, wie lange die Trauer dauert.

Beim Verlust eines geliebten Menschen sieht sich der Hinterbliebene mit dem ohnmächtigen Gefühl der Trauer konfrontiert. Gerade am Anfang in den ersten Trauerphasen hat der Betroffene das Gefühl, den Schmerz niemals überwinden zu können und stellt sich die Frage, wie lange die Trauer dauert. 

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Der steinige Weg durch die Trauer
Trauern bedeutet, den Weg durch verschiedene Trauerphasen zu bewältigen. Häufig wird dieser Weg auch als "Trauerarbeit" bezeichnet, denn um nicht in einer Phase der Trauer steckenzubleiben ist die Bewältigung der Trauer für den Hinterbliebenen ein aktiver Prozess. Zunächst einmal gilt es, denn Tod als Realität anzunehmen. In einer ersten Phase wird der Tod häufig verleugnet und der Hinterbliebene gibt sich dem Gedanken hin, dass der Verstorbene wiederkommen wird. Danach folgt die Phase der aufbrechenden Gefühle. In dem Trauernden kommen die unterschiedlichsten Emotionen auf und er muss seinen Trauerschmerz erleben und ausdrücken. Im Laufe der Zeit wird er erfahren, dass der Tote nicht wiederkommt und er sich in einer neuen Realität zurechtfinden muss. In dieser Phase kann der Trauernde noch einmal ganz intensive Erinnerungen an den Toten haben und langsam die Endgültigkeit des Todes akzeptieren. Nach diesen ersten Trauerphasen wird der Hinterbliebene irgendwann den Verlust akzeptiert haben und langsam den Weg zurück in sein eigenes Leben finden. Er kann sich neu orientieren und ist vielleicht bereit, neue Beziehungen einzugehen.

Der Schmerz nimmt im Laufe der Zeit ab
Ganz verschwinden wird das Gefühl der Trauer sicher niemals. Wer einen sehr nahestehenden Menschen verloren hat, wird sich immer wieder an ihn erinnern. Manchmal sind das freudige und angenehme Erinnerungen. Oftmals sind diese Gedanken auch schmerzhaft und lösen wieder ein Gefühl unbändiger Trauer aus. Dennoch nimmt der Schmerz in der Regel im Laufe der Zeit ab und der Hinterbliebene lernt, sich in einer Welt ohne den Verstorbenen zurechtzufinden.

Die Dauer des Trauerprozesses
Wie lange die Trauerphasen bei jedem Einzelnen dauern, ist ganz unterschiedlich und abhängig von der Art der Beziehung zu dem Verstorbenen. Auch die Umstände des Todes können bei der Dauer der Trauer eine Rolle spielen. Stirbt jemand ganz plötzlich und unerwartet, so dauert die erste Phase der Ohnmacht und Ungläubigkeit länger, als wenn jemand nach einer langen Krankheit verstirbt. Leidet ein nahestehender Angehöriger an einer schweren, unheilbaren Krankheit, so wird sich der Hinterbliebene schon vor dem Tod mit der Frage auseinandersetzen, wie es später ohne den Verstorbenen weitergehen soll. Der Trauerprozess beginnt hier also schon früher als bei einem plötzlichen Tod.