Nach der Trauer

Zurück ins Leben

Veröffentlicht: 06.03.2012
Unabhängig davon, wie lange der gesamte Trauerprozess dauert, wird am Ende immer eine Neuorientierung stehen.

Wer einen lieben Menschen verloren hat, macht in der Regel einen längeren Trauerprozess durch. Während dieser Zeit kommen ganz unterschiedliche Gefühle zum Vorschein. Angst, Trauer und Verzweiflung können sich abwechseln mit neuer Zuversicht und tiefer Dankbarkeit, dass der Tote einmal Bestandteil des eigenen Lebens war und dort bleibende Spuren hinterlassen hat.

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In der Trauer nicht allein
Grundsätzlich braucht jeder Trauerprozess Zeit. Dabei gibt es jedoch keine allgemeingültigen Normen, wie lange es zu dauern hat, bis der Trauernde wieder am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, neue Perspektiven für sein Leben entwickelt und schließlich den Tod des geliebten Menschen in vollem Umfange akzeptiert. In seiner Umgebung kann er dabei nur bedingt auf Verständnis hoffen. Sind die Freunde und Verwandten anfangs noch hilfsbereit, ziehen sie sich später oft zurück und lassen den Trauernde mit seinen Gefühlen weitestgehend allein. Hier wäre es dann sehr wichtig, ganz bewusst das Gespräch mit Personen zu suchen, die sich mit dem Thema Trauer auskennen und vielleicht sogar eigene Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht haben. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Wer Mitglied einer Religionsgemeinschaft ist, könnte das Gespräch mit einem Geistlichen oder einem anderen kompetenten Mitglied seiner Gemeinde suchen. Gerade religiöse Menschen machen oft die Erfahrung, dass sie sich auch in ihrer tiefen Trauer getragen und verstanden fühlen und können daraus oft neue Lebensperspektiven entwickeln.
Niemand kann dem Trauernden ersparen, sich intensiv mit dem Verlust auseinanderzusetzen. Trotzdem ist es meist sehr hilfreich, diesen Prozess durch eine geeignete Trauerbegleitung, eine Therapie oder eine Selbsthilfegruppe zu begleiten. So kann die Trauer erst in die richtigen Bahnen gelenkt und anschließend schrittweise überwunden werden. Dies ist eine ganz wichtige Voraussetzung dafür, dass der Trauernde zurück ins Leben finden kann.

Bleibende Erinnerungen und neue Lebensperspektiven
Unabhängig davon, wie lange der gesamte Trauerprozess dauert, wird am Ende immer eine Neuorientierung stehen. Der Trauernde wendet sich wieder dem Leben zu und ist nicht nur in der Lage, seinen Alltag zu meistern, sondern entdeckt manchmal sogar einen ganz neuen Sinn in allem. Vielleicht findet er jetzt den Mut, Dinge zu tun, die er immer schon einmal tun wollte, sich aber bisher noch nicht getraut hat, vielleicht möchte er aber auch seine eigene Erfahrungen und sein Wissen über den Tod und die Trauer weitergeben und absolviert zum Beispiel eine Ausbildung zum Trauerbegleiter, zum Hospizhelfer oder zum Kriseninterventionsberater. Auch wenn die Wege der einzelnen Trauernden oft sehr unterschiedlich sind, haben sie doch eines gemeinsam: sie führen oft zu einem viel bewussteren und intensiveren Leben als vorher.