Luftbestattung in Deutschland?

Luftbestattung ist in Deutschland noch nicht erlaubt. Wer diese Bestattungsform will muss sich was einfallen lassen.

Veröffentlicht: 21.08.2011
Von: Redaktion
Wenn es der Verstorbene ausdrücklich wünscht, muss seinem Wunsch nach einer Bestattung aus der Luft entsprochen werden. Dies gilt unabhängig davon, ob in seinem Heimatland eine allgemeine Friedhofspflicht besteht oder nicht.

Immer mehr Menschen wünschen sich heute eine Luftbestattung. Diesem Wunsch kann jedoch nur entsprochen werden, wenn vorher eine Einäscherung des Verstorbenen stattgefunden hat und wenn darüber hinaus auch noch eine amtliche Genehmigung für die Durchführung einer Luftbestattung vorliegt.
Solch eine Genehmigung kann jedoch nicht in Deutschland, sondern nur im Ausland erteilt werden. Dies liegt im wesentlichen daran, dass in Deutschland eine allgemeine Friedhofspflicht besteht und es bisher nicht gestattet ist, diese Friedhofspflicht zu umgehen. Ob es hier in naher Zukunft zu umfassenden Gesetzesänderungen kommt, ist momentan nur schwer abzuschätzen. Hier muss die weitere Entwicklung abgewartet werden.

Das Verfahren der Luftbestattung
Sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen und der Leichnam eingeäschert wurde, kann die Bestattung durchgeführt werden. Ein Heißluftballon, ein Flugzeug oder ein Hubschrauber dient dann dazu, die Asche über dem Meer oder über dem Festland zu verstreuen. Dabei können die Angehörigen des Verstorbenen selbstverständlich anwesend sein. Dies ist jedoch nur in begrenztem Umfang möglich.
Vor allem ein Heißluftballon bietet nur sehr wenig Platz. Deshalb muss die Teilnehmerzahl meist auf drei bis vier Personen beschränkt werden. Andererseits stellt gerade der Heißluftballon das ideale Medium dar, um die Bestattung mit der nötigen Würde und in aller Stille durchzuführen. Während der Hubschrauber oder das Flugzeug ganz erhebliche Geräusche verursachen, schwebt der Heißluftballon einfach nur still in der Luft.

Sonderformen der Luftbestattung

Neben der regulären Bestattung aus der Luft gibt es noch zahlreiche Sonderformen, die ebenfalls dieser Bestattungsart zuzrechnen sind. Dazu dürften vor allem die Nachthimmelbestattung und die Weltraumbestattung zählen. Letztere ist eine noch relativ junge Form der Bestattung, finden jedoch vor allem in den USA immer mehr Anhänger. In Europa ist sie hingegen noch weitestgehend unbekannt. Dies könnte sich vielleicht in den nächsten Jahren ändern.
Bei der Nachthimmelbestattung wird die Asche des Verstorbenen vom Boden aus mit einem Feuerwerkskörper in den Himmel geschossen.

Vorgehensweise
Wenn es der Verstorbene ausdrücklich wünscht, muss seinem Wunsch nach einer Bestattung aus der Luft entsprochen werden. Dies gilt unabhängig davon, ob in seinem Heimatland eine allgemeine Friedhofspflicht besteht oder nicht. Aus diesem Grunde ist es immer angeraten, den Willen nach einer Luftbestattung schon zu Lebzeiten schriftlich zu formulieren. Dieses Schriftstück müsste dann gut aufbewahrt und im Todesfall einem geeigneten Bestatter vorgelegt werden. Dieser wird dann alles Weitere veranlassen. Auch wenn in Deutschland eine Bestattung aus der Luft verboten ist, heißt dies nicht, dass es keine Bestatter geben würde, die diese Bestattungsform anbieten. Sie würden die Luftbestattung dann im europäischen oder außereuropäischen Ausland durchführen. Geeignete Länder dafür wären zum Beispiel die Schweiz oder Frankreich. Dort ist eine Luftbestattung schon seit Jahren üblich und kann deshalb auch problemlos genehmigt werden. Es gibt lediglich besondere Vorschriften, wo die Asche verstreut werden kann und wo nicht. Diese Vorschriften müssten auch von einem deutschen Bestatter eingehalten werden. Haben Angehörige den Wunsch, an der Bestattungszeremonie teilzunehmen, müssten sie dafür zusammen mit dem Bestatter in das Ausland reisen. Dort würde dann alles dafür getan, dass der Abschied vom Verstorbenen in einer würdevollen Form geschehen kann. Die Kosten für eine Luftbestattung haben in der Regel die Angehörigen zu tragen.